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GESUNDHEIT - Was tun bei erhöhten Ozonwerten? (Aktuelles, Mountain-Bike, Sommerurlaub, Berge, Alpen, Wandern, Nordic Walking und vieles Mehr)
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 GESUNDHEIT
Was tun bei erhöhten Ozonwerten?
Je länger die Sonne intensiv vom Himmel strahlt, desto häufiger wird vor Gesundheitsschäden durch Ozon gewarnt. Seit einigen Jahren gehören in den Sommermonaten Ozonwarnmeldungen fast schon zum Alltag. Übermäßige körperliche Anstrengungen und sportliche Betätigungen sollen vermieden werden, Asthmatiker und Bronchitispatienten möglichst gar nicht aus dem Haus gehen. Besonders Ausdauersportler wie Läufer und Radfahrer werden durch diese Meldungen verstärkt aufgeschreckt und verunsichert. Zum einen wird über die erhöhte Konzentration in der Luft gesprochen, zum anderen über die immer dünner werdende Ozonschicht.

Was ist eigentlich OZON?
Ozon wird allgemein als dreiatomiges Sauerstoffmolekül definiert, welches, in geringer Konzentration, Bestandteil der Atemluft ist. Je nach vorhandener Konzentration ändert das gasförmige Molekül sowohl die Farbe als auch seinen Geruch. Im flüssigen Zustand ist Ozon dunkelblau, im festen Zustand bildet es eine violette, kristalline Masse.

Ozon hat für das Leben auf der Erde grundsätzlich zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen ist das in der Stratosphäre enthaltene Ozon lebensnotwendig. Denn das Ozon, das die Erde in einer Höhe von 10-40 km umgibt, wirkt wie ein Schutzmantel vor der schädlichen UV-Strahlung (UV-B, UV-C) der Sonne und stellt somit eine wichtige Voraussetzung für alle Lebensformen auf der Erde dar. Zum anderen sind erhöhte Ozonkonzentrationen in der Atemluft für Mensch und Umwelt schädlich. Atembeschwerden, Husten und Kopfschmerzen sind die Folgen. Durch die zunehmende Verschmutzung der Umwelt wird die Ozonschicht angegriffen und teilweise zerstört. Das sogenannte Ozonloch entsteht. Durch die erhöhte Einstrahlung der schädlichen UV- Strahlen steigt das Hautkrebsrisiko deutlich an.

Schwellenwerte
Ozon in der Atemluft ist in Konzentrationen bis zu 80 µg/m3Luft für den Menschen unschädlich. Höhere Werte hingegen führen zu einer Vielzahl von Beschwerden wie brennenden Augen, Hustenreiz, Entzündungszeichen in den Bronchien, erhöhter Anfälligkeit für Allergien der Atemwege, Kopfschmerz, erschwerter und verlangsamter Ausatmung, Abnahme des subjektiven Leistungsvermögens, Verstärkung der Asthmabereitschaft der Atemwege und Schmerzen unter dem Brustbein.

Schwellenwert für den Gesundheitsschutz: 110 µg/m³ als 8-Stunden-Mittelwert
Solange dieser Schwellenwert nicht überschritten wird, muss mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen auch im Falle länger andauernder körperlicher Belastung nicht gerechnet werden. Oberhalb des Schwellenwertes müssen ozonempfindliche Menschen nach langdauernder körperlicher Belastung mit vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen.

Schwellenwert für die Unterrichtung der Bevölkerung: 180 µg/m³ als1-Stunden-Mittelwert
Bei Überschreitung dieses Schwellenwertes müssen besonders ozonempfindliche Menschen auch bei kurzzeitiger Einwirkdauer mit begrenzten und vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen rechnen.

Schwellenwert für die Auslösung des Frühwarnsystems: 360 µg/m³ als 1-Stunden-Mittelwert
Ab dieser Ozonkonzentration wird der gesamten Bevölkerung empfohlen, länger andauernde und körperlich anstrengende Tätigkeiten im Freien insbesondere nachmittags und abends zu vermeiden.

Schwellenwert für die Auslösung von Emissionsminderungsmaßnahmen: 240 µg/m³ als 1-Stunden-Mittelwert.
Wenn an mindestens 3 Mess-Stationen im Bundesgebiet, die mehr als 50 km und weniger als 250 km voneinander entfernt sind, ein 1-Stunden-Mittelwert von 240 µg/m³ erreicht wird, und wenn im Bereich dieser Stationen auch am Folgetag Ozonkonzentrationen gleicher Höhe zu erwarten sind, so ist für Kraftfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß (ohne geregelten Katalysator) ein großräumiges Fahrverbot vorgesehen. Damit sollen kurzfristige Ozonspitzen gesenkt werden.

Bereits bei Erreichen eines Schwellenwertes von 180 µg/m³ ist ein Appell an die Bevölkerung vorgesehen, Kraftfahrzeuge, motorgetriebene Rasenmäher und andere nicht gewerbliche Verbrennungsmotoren nicht zu benutzen.

Mögliche Folgen zu hoher Ozonkonzentration
  • 30 – 60 µg/m3
    Geruchsschwelle, Gewöhnung an den Geruch
  • 50 – 60 µg/m3
    Blattschäden an empfindlichen Pflanzen
  • 70 – 100 µg/m3
    Reizung der Augenbindehaut möglich
  • 100 – 120 µg/m3
    Kopfschmerzen möglich
  • 120 – 160 µg/m3
    Schleimhautreizung sind nach 30 min. schwerer Arbeit möglich
  • 160 – 180 µg/m3
    Entzündungen des Lungengewebes bei körperlicher Belastung
  • 180 – 200 µg/m3
    Leistungsabnahme bei Sportlern
  • 200 – 240 µg/m3
    Immunsystem wird aktiviert, Zunahme der weißen Blutkörperchen
  • 240 – 300 µg/m3
    Zunahme von Asthmaanfällen möglich. Leistungsfähigkeit läßt nach
  • 300 – 360 µg/m3
    Abnahme der Lungenfunktion, Aufenthalt im Freien vermeiden
  • 360 – 400 µg/m3
    Brustschmerzen, nach vier Stunden Hormon- und Enzymveränderungen
  • 400 – 500 µg/m3
    Husten und verminderte Sehfähigkeit, Brustschmerzen und Atemnot bei empfindlichen Personen
  • 500 – 800 µg/m3
    verstärkt auftretender Husten
  • ab 1000 µg/m3
    nach 6 - 10 Stunden erste Chromosomschädigung beim Menschen
Die Schädlichkeit des Ozons hängt hauptsächlich von drei Einflussgrößen ab:
  • Höhe der Ozonbelastung
    Je höher die Ozonkonzentration ist, desto stärker ist die giftige Wirkung.
  • Dauer der Einwirkung
    Je länger eine bestimmte Ozonkonzentration einwirkt, desto stärker und nachhaltiger ist die giftige Wirkung.
  • Ort der Ozonwirkung
    Das Ozon entfaltet an den Bindehäuten der Augen seine „einfache“ Reizwirkung, während es in der Lunge durch verstärktes Atmen unter körperlicher Anstrengung eine wesentlich stärkere Giftigkeit zeigt.

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich darauf. Die ersten Anzeichen für eine erhöhte Ozon-Belastung sind meist Augentränen und Hustenreiz. Besonders belastet sind Asthmatiker, Kleinkinder, Ältere und Menschen mit einer bronchialen Hyperreaktivität, unter der ca. 5-10 % der Bevölkerung leiden.

Konsequenzen für Sportler
Aus dem Wissen um die Folgen für den menschlichen Organismus lassen sich für Sportler verschiedene Konsequenzen ableiten. Die nachstehenden Empfehlungen richten sich in erster Linie an Sportler die sich über mehrere Stunden sportlich belasten. Für Sportarten mit kurzandauernder Belastung, wie z.B. Sprung- und Wurfdisziplinen, sind sie nicht von größerer Bedeutung.

Da erhöhte Ozonkonzentrationen nachweislich zu einer verminderten Leistungsfähigkeit und Einschränkung der Lungenfunktion führen, sollten Training und Wettkämpfe möglichst nicht zu Zeiten höchster Ozon- Vorkommen in der Luft durchgeführt werden. Diese liegen an Tagen mit starker Sonneneinstrahlung in den Mittags- und Nachmittagsstunden vor und werden gegen Abend langsam abgebaut.
Neben der zeitlichen Verlegung des Trainings in ozonarme Tageszeiten wie morgens und abends ist auch eine räumliche Verlegung in einen Laubwald empfehlenswert. Mountainbiker und Bergläufer sollten beachten, dass eine Verlegung in den Abend nicht sinnvoll ist, da die für Ozonabbau nötigen Schadstoffe in Höhenlagen nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind. Bei einer vorhandenen Empfindlichkeit gegen Ozon bleibt nur die Verlegung der Aktivitäten ins Tal. Ebenso ist eine Anpassung des Trainingsplans an die äußeren Bedingungen, z.B. durch eine Verkürzung der Distanz, empfehlenswert.
Ratsam ist die Benutzung eines Herzfrequenzmessers da das individuelle Leistungsempfinden durch erhöhte Ozoneinwirkung stark eingeschränkt wird. Wer Probleme bei hohen Ozonkonzentrationen bekommt, sollte sich an die ausgesprochenen Empfehlungen halten und bei auftretenden Beschwerden sein Training ab- oder zumindest unterbrechen.

Mithilfe bei der Vermeidung von erhöhter Ozon Konzentration
Wenn es erst einmal zu einer Erhöhung der Ozonwerte gekommen ist, ist es sinnvoll, sich an die Empfehlungen zu halten, um eventuelle Schädigungen zu vermeiden. Wichtig ist es aber auch schon im Vorfeld dafür zu sorgen, dass es erst gar nicht soweit kommt. Dazu gehört zum einen die Vermeidung von FCKW, als auch die Verringerung der Luftverschmutzung. Konkret bedeutet dies die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder des Fahrrades wann immer es geht.

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