| Bergbauerntradition Wildschönau |
Da braut sich was zusammen Zu einem richtigen Spätsommer-Urlaub gehört schon mal ein Krautinger – zumindest in der Wildschönau
„Die Milch macht’s“, sagen die einen, die Wildschönauer jedoch schwören auf den „Krautinger.“ Das ist nicht irgendein Schnaps, der da in die Flasche gefüllt wird, sondern ein Wundermittel für den Magen und allerlei andere Wehwehchen. Das Beste daran ist, dass dieses Elixier nicht nur den Einheimischen vorbehalten ist, sondern im Spätsommer den Gästen ebenso verabreicht wird. Und das nicht im verborgenen Kämmerlein, sondern ganz offiziell auf den zahlreichen Bauernmärkten!
Kaiserin Maria Theresia verdanken die Wildschönauer ein Monopol, um das sie geradezu beneidet werden. Nur hier im Wildschönauer Hochtal wird der „Krautinger" gebrannt, und sonst nirgendwo. Selbst im „Tausendjährigen Reich" wurde dieses uralte Recht vom Reichsministerium für Finanzen in Berlin am 5. Oktober 1942 bestätigt. Ursprünglich wurde 51 Wildschönauer Bauern das Recht zum „Krautingerbrennen" zugestanden, inzwischen sind es nur mehr 15 Bauern, die von diesem Brennrecht Gebrauch machen. Die weiße Stoppelrübe, auch Wasserrübe genannt, wird im Sommer und Herbst geerntet, dann sauber gewaschen und anschließend zu Brei verkleinert. Die Maische wird auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Menge eingedickt, 48 Stunden mit Germ (Hefe) angesetzt und schließlich gebrannt. Klingt simpel, ist es aber nicht. Die Spezialisten in der Wildschönau schwören nämlich auf höchste Qualität und das fängt schon mit dem einfachen Erhitzen an: Sie verschmähen zum Beispiel elektrische Kessel, da nur Buchenholz für die nötige Temperatur sorgt. Probleme gibt es auch mit den Rübensamen. Eingefleischte „Krautingerbrenner" verabscheuen den Industriesamen und ziehen die Samenkörner lieber selbst auf.
Der Krautinger allein wirkt auf manche schon wie ein Magnet. Doch auch die gut 300 markierten Wanderwege über saftige Wiesen, durch Wälder, vorbei an Alpwirtschaften, über Höhen und Grate der Kitzbüheler und Zillertaler Alpen ziehen die Wanderer in ihren Bann.
Idealerweise besorgt man sich die Wildschönau-Card, mit der man freie Fahrt mit den Wildschönauer Bergbahnen hat, der Besuch des Erlebnisbergwerks und des Bergbauernmuseums, sowie geführte Wanderungen inklusive sind. Sie kostet zum Beispiel für 2 Erwachsene und deren Kinder bis 16 Jahre für sechs Tage 67,00 Euro. Im Spätsommer kann man folgende Übernachtungen buchen: 4*- Hotel mit Halbpension ab 43,-- € pro Nacht (301,-- € pro Woche), 3*- Hotel mit Halbpension ab 34,-- € pro Nacht (238,-- € pro Woche), Gasthof mit Halbpension ab 26,-- € pro Nacht (182,-- € pro Woche), Pension mit Frühstück ab 14,-- € pro Nacht (98,-- € pro Woche). Mehr Infos rund um den Krautinger und die anderen Anziehungskräfte der Wildschönau bekommt man vom:
TVB Wildschönau
GF Thomas Lerch
A-6311 Wildschönau 337
Tel.: 0043/(0)5339/8255-0
www.wildschoenau.com
t.lerch@wildschoenau.at
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