Risottoplausch, Klimaweg und Gletschertouren Nicht nur zur Winterzeit sondern auch nach der Schneeschmelze finden aktive Outdoor-Freunde in und um Celerina eines der Top-Wandergebiete der Schweiz mit 150 Kilometern Wander- und Rundwegen. Alpenrouten mit Kletterpassagen zwischen 1.400 und 4.000 Höhenmetern oder Trekkingtouren im einzigen Schweizer Nationalpark locken Wanderer in klare Höhenluft. Mit etwas Glück können Naturfreunde hier Murmeltiere in ihrem unberührten Lebensraum beim Pfeifen beobachten, Hirsche zählen oder Gämsen und Steinböcken beim Klettern zuschauen. Besonders reizvoll sind die angebotenen Gletschertouren, Wildexkursionen und geführten Wanderungen, auf denen ortskundige Begleiter die Besonderheiten der Natur und der Engadiner Bergwelt erklären und näher bringen.
Auf Kontakt zwischen Einheimischen und Urlaubern wird in und um Celerina besonders viel Wert gelegt. Beim “Risottoplausch“ beispielsweise treffen sich Urlauber und Einheimische nach der Wanderung zur Alp, um sich mit leckerem, kostenfreien Risotto zu stärken und sich dabei über Touren und beste Wege auszutauschen – das alles mit musikalischer Begleitung. Wandern, frische Bergluft schnuppern und außerdem zollfrei einkaufen – eine Wandertour von Celerina nach Livigno über alte Schmugglerwege bietet beides. Trotz Abschaffung von Duty-Free können in dem kleinen italienischen Örtchen noch zollfreie Waren erworben werden. Wer die vielen Einkaufstüten nicht nach Celerina zurücktragen mag, dem steht ein Shuttleservice bis zur Hoteltür zur Verfügung.
Den Ausblick genießen kann man besonders gut auf Muottas Muragl, der schönsten “Aussichtsterrasse“ des Engadins. Auf 2.456 Metern überblicken Urlauber das ganze Engadin. Das Panorama der Eisriesen der Bernina Gruppe sowie der faszinierende Blick über die Seenplatte bis nach Maloja könnten atemberaubender kaum sein. Ein anschließender Fußmarsch über den Klimaweg ist empfehlenswert und bildet: Die Tafeln am Weg informieren über die Entwicklung der Temperaturen und des Permafrosts. Wer die Wanderfüße schonen möchte, nutzt die Standseilbahn als Auf- oder Abstiegshilfe. Mit einer beeindruckenden Steigung von streckenweise bis zu 52 Prozent transportiert sie seit fast 100 Jahren Besucher auf diesen Aussichtsberg.
Für ausdauernde Wanderer ist Muottas Muragl ein beliebter Ausgangspunkt für Touren auf den Schafberg zur Segantini-Hütte. Die letzte Wirkungsstätte des Malers Giovanni Segantini liegt auf 2.371 Metern und ist über einen steilen Serpentinenweg erreichbar. Weniger beschwerlich aber landschaftlich ebenso schön ist der Weg um den Schafberg herum nach Alp Languard. Hier werden unter fachkundiger Leitung auch “Murmeltier- und Steinwildexkursionen“ angeboten. Einheimische Jäger informieren über die Lebensgewohnheiten der Alpentiere und lassen diese Tierbeobachtungen nicht nur für die Kleinen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.
Ein weiteres Muss für begeisterte Alpenwanderer ist der Schweizer Nationalpark: Mit rund 170 Quadratkilometern Bodenfläche ist er das größte Naturschutzgebiet der Schweiz. Seine höchsten Gipfel bilden der Piz Pisoc mit 3.174 Metern und der Piz Quattervals. Urlaubern wird auf geführten Tagestouren durch den Nationalpark die unberührte Flora und Fauna des einzigartigen Naturreservats erklärt. Spezielle pädagogische Exkursionen für Kinder fördern deren Wahrnehmung für die Natur. Im Nationalpark, der auch als “Serengeti der Alpen“ bezeichnet wird, sind über 5.000 Arten verschiedenster Tiere zuhause. Unter anderem können hier auch Gämsen, Hirsche, Steinböcke, Murmeltiere, über 60 verschiedene Brutvögelarten und überwältigende 1.400 unterschiedliche Schmetterlingsarten beobachtet werden.
Auch die Wanderung entlang des Gletscher-Lehrpfades Morteratsch ist den Fußmarsch Wert. Die Besucher erhalten dort Informationen zur Klimakunde, Geologie und Botanik. Auf Schautafeln wird der etappenweise Rückzug, den der Gletscher in den letzten 100 Jahren durch die Erderwärmung genommen hat, gezeigt. 20 Haltepunkte führen durch das Gletschervorfeld über die jetzige Gletscherzunge bis zur Bovalhütte. Ab Mitte Juni werden jeden Montag Trekkingfreunde von der fachkundigen Begleitung während einer eineinhalb-stündigen Tour in die Geheimnisse der Berge und Gletscher eingeweiht. Eine Wanderausrüstung ist notwendig.
Wanderprofis sind auf der Trekkingroute “Bernina Trek“ genau richtig: Die abenteuerliche Wanderung im Angesicht der Bernina Gruppe verbindet Hütten der Schweizer Alpen-Clubs SAC. Diese einfachen Gebirgsunterkünfte werden hier, im rätoromanisch sprechenden Engadin, Chamannas genannt und können in der Hauptwanderzeit von Juli bis Mitte September als Ausgangspunkt für Hochtouren auf die höchsten Gipfel der Ostalpen genutzt werden.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.celerina.ch erhältlich.
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