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Serfaus, Kirchen & Kapellen
Die Wallfahrtskirche liegt mitten im Ort und zeigt in ihrem Inneren die Entwicklung der Baustile durch die Jahrhunderte. Erbaut wurde sie bereits 804, der alte Taufstein von 1404, und bei der letzten Renovierung um 1960, entdeckte man wunderschöne Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Als Mitte des 18. Jahrhunderts die neue Pfarrkirche restauriert wurde, wollte man die alte Wallfahrtskirche abreißen und das Material zur Restaurierung verwenden. Dies wurde aber durch den entschiedenen Widerstand der Bevölkerung verhindert.

Die Pfarrkirche wurde dann 1516 eingeweiht und 1766 barockisiert. Schön sind die außerordentlich schwungvoll gemalten Deckenbilder, ganz im Stile der Zeit. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kirche im Stile der Nazarener renoviert wurde, bedeutete dies, dass leider vieles übermalt wurde, was man damals als unsittlich empfand. Aber 1968 wurden die alten Gemälde wieder gereinigt und aufgefrischt, sodass die Kirche sich jetzt wieder im Glanze ihrer barocken Pracht präsentiert. Der Turm der Pfarrkirche ist freistehend, er wurde der Überlieferung zufolge anstelle eines römischen Wachturms erbaut.

Ein weiteres Beispiel von religiöser Architektur in Serfaus ist die Muirenkapelle, die im Jahre 1637 von der Serfauser Bevölkerung zum Dank für das Erlöschen der schwarzen Pest errichtet wurde. Bemerkenswert sind der schöne spätgotische Altar, der spätgotische Flügelaltar und der barocke Hochaltar der Kirche. Serfaus, Silberbergbau
Der „Rote Stein“ von Serfaus liegt oberhalb der Kölner Hütte und etwas abseits des Steiges, der zu den Höhen des Komperdell führt. Schon im 15. und 16. Jahrhundert gab es hier lebhaften Bergbau. Neben dem begehrten Silber wurde hier auch Schwefel-Kupferkies gefördert. Da das Erz ganz in der Nähe von Serfaus, in Urgen bei Landeck, verarbeitet wurde, war der Abbau wirtschaftlich und der Ertrag gut. Die Arbeitsbedingungen waren jedoch unmenschlich und mit den Maßstäben des heutigen Bergbaus kaum zu messen. Mit primitivem Handwerkzeug wurden die Stollen vorgetrieben. Liegend, teils hängend, schoben sich die Bergleute an den Silberadern entlang und mussten sich oft selbst aus dem Abraum schaufeln, um von den Seitenstollen wieder in den Hauptstollen zu kommen. Zur Belüftung standen keine mechanischen Hilfsmittel zur Verfügung, sie funktionierte ausschließlich durch den natürlichen Luftaustausch im Berg. Wenn dann mal ein Stollen brach, war oft auch die Luft weg. Da erstaunt es, dass verhältnismäßig wenige Bergleute ihr Leben am „Roten Stein“ ließen. Trotz der elendigen Schufterei waren die Jobs im Stollen begehrt, waren sie doch für die männlichen Serfauser die einzige Erwerbsmöglichkeit neben der Landwirtschaft. In der Blütezeit des Silberbergbaus zogen sogar Menschen nach Serfaus zu. Im Jahr 1750 hatte Serfaus über 1.100 Einwohner, fast 300 mehr als noch vierzig Jahre zuvor. Der Niedergang kam dann allerdings schnell und heftig. Die nahegelegenen Schmelzhütten wurden geschlossen, lange Transportzeiten zu Hütten, die oft in Ungarn lagen, machten den Silberbergbau in Serfaus unwirtschaftlich. Schon vor der Wende zum nächsten Jahrhundert war die mit Schweiß und Tränen erkaufte Serfauser Silberblüte am Ende. Das Dorf sank in die Bedeutungslosigkeit, die Bevölkerungszahl fiel auf 800 zurück. Noch in den Jahren 1922 bis 1926 gab es Wiederbelebungsversuche für den Bergbau am „Roten Stein“, allerdings vergeblich. Zu dieser Zeit, also vor dem eigentlichen Beginn der touristischen Entwicklung, hatte Serfaus nur noch 589 Einwohner. Die neueste Bevölkerungsstatistik weist für Serfaus 970 Einwohner aus, etwas mehr als vor 250 Jahren.
 
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