Eine Stadt voll von Geschichte und Geschichten
So wie sich das historische Schloss Porcia in der futuristisch anmutenden Fassade des gegenüberliegenden Gebäudes widerspiegelt, so verhält es sich mit Tradition und Moderne in Spittal. Das unmittelbare Aufeinandertreffen von Altem und Neuem verleiht der Stadt ihren einmaligen Charakter und lässt Geschichte und Geschichten lebendig werden.
Zur Geschichte
Eigentlich hätte alles ganz anders sein können. Spittal an der Drau müsste eigentlich Spittal an der Lieser heißen, das Schloss Porcia Schloss Ortenburg-Salamanca, und der Ursprung der Stadt wurde fälschlicherweise an einem ganz anderen Ort gesucht. Aber so ist es eben - aus Geschichte wurden Geschichten und umgekehrt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Vom "Spittl" zu Spittal
An einem wichtigen europäischen Handelsweg seit der Römerzeit gelegen - von Venedig über Villach, Spittal, Salzburg und weiter nach Deutschland - entfaltete sich der Markt zu einem politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt Oberkärntens. Die Geschichte Spittals ist eng verbunden mit dem Geschlecht der Ortenburger. Die Grafen Hermann I. und Otto II. waren es auch, die auf einer Anhöhe bei der Brücke über dem Lieser-Fluss im 12. Jhdt. zu ihrem Seelenheil ein Hospital für Arme, Kranke, aber auch Pilger und Reisende gründeten. Die erste urkundliche Erwähnung der Stiftung erfolgte am 11. April 1191. Dazu gehörte auch eine Kirche, die sie zu ihrer Grablegung bestimmten und deren Reste heute noch unter der Pfarrkirche der Stadt gelegen sind. Nördlich des Hospitals und der Kirche entstand schließlich der Markt, der 1242 zum ersten Mal als "Markt beim Hospital" bezeichnet wurde, woraus sich dann allmählich der Ortsname Spittal entwickelte.
Die Ortenburger als Alpen-Adria-Fürsten
Die Stammburg der Ortenburger befand sich in der heutigen Gemeinde Baldramsdorf. Im Mittelalter zählte sie zu den größten Festungsanlagen Kärntens, die allen Eroberungsversuchen widerstand. Und auch heute noch kann man die Ruinen verfallener Ritterherrlichkeit im Süden Spittals, am Fuße des Goldecks, sehen. Die Ortenburger, die auch großen politischen Einfluss in Friaul und Slowenien hatten, lebten bereits jene Kulturtradition, die wir heute mit dem Namen Alpen-Adria umschreiben.
Gabriel von Salamanca und sein Schloss
Von 1460 an war die Grafschaft Ortenburg Teil des habsburgischen Länderkomplexes, und mit Gabriel von Salamanca (1489-1539) wurde in der Geschichte Spittals ein neues Kapitel aufgeschlagen. Graf Gabriel von Salamanca war eine jener Finanzgrößen des 16. Jahrhunderts, deren Genialität sie zu Reichtum und Macht emportrug. Er galt als ein Staatsmann mit ausgeprägtem europäischen Gedankengut, der in seiner Funktion als Finanzminister der Habsburger enormen Einfluss auf Ferdinand I., dem späteren deutschen König und römischen Kaiser, ausübte.
Am 10. März 1524 erwarb Gabriel v. Salamanca die Grafschaft Ortenburg mit all ihren Besitzungen. In seinem Auftrag wurde hier 1533 von italienischen Baumeistern ein einzigartiges Kunstwerk der Renaissance begonnen und unter seinen Nachkommen im Jahre 1597/98 fertiggestellt. Das wohl berühmteste Renaissance-Schloss nördlich der Alpen: das Schloss Porcia. Es handelt sich hier um eine gelungene Kombination aus städtischem Palazzo und imposanter Schlossanlage. Von den kunsthistorischen Kostbarkeiten sind vor allem der Innenhof mit seiner grazilen Säulenarchitektur, die ansteigenden Arkaden im Treppenhaus und die reiche skulpturale Ausstattung mit lombardisch-venezianischem Formengut bemerkenswert.
Eigentlich müsste das Schloss ja nach seinem Erbauer, Gabriel von Salamanca, heißen. Doch es waren die Herren von Porcia, die dem Schloss schließlich seinen Namen gaben. Über mehrere Jahrhunderte hinweg diente es diesem Geschlecht als repräsentative Residenz (1662-1918). Nachdem das Schloss im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter war, wurde es 1930 von der Marktkommune gekauft und ging 1938 in den Eigentum der Stadt Spittal an der Drau über. Heute ist das Schloss Porcia ein absoluter "Kultur-Tempel" für die Stadt Spittal. Es ist ein Beispiel dafür, dass alte Gebäude nicht in museale Lethargie verfallen müssen. Ob moderne Kunst, Jazz- und Gitarrenklänge, die Komödienspiele, Lesungen, das Museum für Volkskultur, aber auch gesellschaftliche Events - das Schloss bietet der kulturellen Vielfalt Spittals eine eindrucksvolle Plattform.
Im Schloss spukt's - "Die Blutgräfin von Porcia"
Wie jedes Schloss, das etwas auf sich hält, so hat auch dieses einen richtigen Schlossgeist. Wer es gerne etwas Schauriger hat, der wird bei seinem Schlossspaziergang bestimmt den Geist der unglücklichen und rachsüchtigen Gräfin Salamanca fühlen. Die "Blutgräfin von Porcia" soll nämlich nachts als Unheilsbotin durch die Zimmer des Schlosses spuken.
Seit dem 18. Jahrhundert erzählt man sich die Sage von der grausamen Gestalt. Von Stolz und Habgier geleitet, erschlug sie ihre Kammerzofe mit ihrem Pantoffel, um das Versteck ihres Schatzes vor der Preisgabe zu bewahren und verscharrte die Leiche im Keller. Heute noch weht der Geist der Gräfin Salamanca durch die alten Gemäuer, und selbst ein historisches Stadtfest ist ihrem Namen gewidmet.
Technikum Kärnten - Studentenleben in altem Gemäuer
Einmal mehr ist es Gabriel von Salamanca, der in Spittal seine Spuren hinterlässt. Er ließ das alte Hospital aus dem 16. Jhdt. als Hofspital neu errichten, ein Gebäude, das heute noch im Volksmund "Spittl" genannt wird. War es in seiner damaligen Nutzung sozial orientiert, so ist es heute der Bildung gewidmet. Das palastartige Gebäude wurde unter Berücksichtigung der historischen Substanz in Verbindung mit moderner Architektur völlig neu renoviert und ist heute ein wahres Schmuckstück. Es dient als Sitz des Technikums Kärnten mit der Fachhochschule mit den Studiengängen "Kommunales Management" und "Bauingenieurswesen". Aber auch kulturelle Veranstaltungen finden hier ein außergewöhnliches Ambiente.
Die Habsburger - Die große Welt im kleinen Spittal an der Drau
Obwohl nur ein Mosaiksteinchen im riesigen Habsburgerreich, wurde Spittal doch zuweilen vom Hauch der großen Weltgeschichte gestreift. Neben Kaiser Friedrich III. beanspruchte auch der große Kaiser Karl V. die Gastfreundschaft des Marktes Spittal. In einer Zeit, in der das Kaiserreich keine feste Hauptstadt besaß, stand immer jener Ort im Mittelpunkt des Weltgeschehens, in dem sich der Kaiser gerade aufhielt. Und für ein paar Tage war das eben Spittal. Besonderen Umständen war es zu verdanken, dass selbst eine spanische Königin in Spittal Quartier nahm. Margarete von Österreich reiste als zukünftige Frau des spanischen Thronfolgers in ihre neue Heimat, als sie während ihres Aufenthaltes im Schloss Porcia von der Nachricht vom Tod Philipps II. überrascht wurde. Dessen Sohn, Philipp III., war nun der neue spanische König, und Margarete von Österreich wurde noch in derselben Nacht in Spittal zur Königin von Spanien ausgerufen.
Sogar Maria-Theresia nahm mit ihrem Gatten Franz Stephan von Lothringen Quartier im Schloss Porcia. Einer Anekdote zufolge sei das Bett der fürstlichen Kammer unter den emsigen Bemühungen des Ehepaares, dem Land einen Thronfolger zu schenken, zusammengebrochen.
Der letzte Habsburger, der Spittal die Ehre erwies, war Kaiser Franz Josef bei der Eröffnung der Tauernbahn am 5. Juli 1909.
Harte Zeiten - Spittal in den Weltkriegen
Markante Einschnitte in den nächsten Jahrzehnten waren die zwei Weltkriege, die natürlich auch in Spittal Spuren der Verwüstung hinterließen. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie und der Errichtung einer demokratischen Republik Deutsch-Österreich wurden vor allem im Südkärntner Raum von slawischer Seite Gebietsansprüche gestellt. Die damalige Landesregierung musste eine Zeitlang nach Spittal flüchten.
Während der NS-Zeit zeigte sich in Spittal an der Drau dasselbe Bild wie in nahezu allen Städten der "Ostmark". Auch hier wurde z.B. der Hauptplatz in den "Adolf-Hitler-Platz" umbenannt. Gegen Ende des 2. Weltkrieges war Spittal schweren Luftangriffen ausgesetzt, wobei hauptsächlich der Bahnhof und die Bahnanlagen beschossen wurden. Nach dem Zusammenbruch des NS-Reiches war Spittal schließlich bis 1955 Teil der britischen Besatzungszone.
Spittal - eine Stadt mit Perspektive
Von 1955 an hatte auch Spittal teil am Wirtschaftswunder der 50iger Jahre. Rasant entwickelte sich die Stadt zur wirtschaftlichen und kulturellen Metropole Oberkärntens. Die verkehrsmäßig günstige Lage Spittals, die traumhafte Landschaft, in welche die Stadt eingebettet ist, sowie die herzliche Gastfreundschaft der KärntnerInnen hatten und haben großen Anteil daran, dass sich Spittal als Touristenzentrum einen Namen machte. 1973 wurde mit der nordrhein-westfälischen Stadt Löhne eine Städtepartnerschaft geschlossen, Mitte der 80er folgten Porcia und Pordenone in Friaul. Heute ist Spittal eine moderne, aufgeschlossene Stadt, Verwaltungssitz, Sport - und Schulstadt sowie Sitz des Technikums Kärnten und als zweitgrößter Bezirk Österreichs wirtschaftliches Zentrum im Oberkärntner Raum. Im Kreuzungspunkt verschiedener kultureller Strömungen stehend, war Spittal immer schon offen für neue Impulse. So ist "senza confini" - ohne Grenzen - für Spittal kein leeres Schlagwort, sondern spiegelt sich wider in dieser offenen, liebens - und lebenswerten "kleinen historischen Stadt".
Spittal - eine Stadt für alle Sinne
Die rund 16.000 Einwohner zählende Komödienstadt Spittal an der Drau im Kärntner Oberland versteht es trefflich, lebendige Tradition mit kulturbewußter Gegenwart zu verknüpfen. Nicht umsonst präsentiert sich die Metropole Oberkärntens zwischen Kultur und Natur als wahres Erlebnis für Geist und Körper.
Spittals hoher Freizeitwert erklärt sich vor allem durch seine beneidenswerte Lage. Seen und Berge liegen praktisch vor der Haustür. Wen es ans Wasser zieht, der kann sich am idyllisch gelegenen Millstätter See, der Trinkwasserqualität besitzt, dem Badevergnügen hingeben. Schwimmen, mit einem Boot das unberührte Südufer erkunden oder eintauchen in fun & action am See - hier lassen sich Sonne, Luft und Lebensfreude tanken. Auf alle, die hoch hinaus wollen, wartet der Hausberg der Spittaler, das Goldeck. Direkt von der Stadt kann man mit der Seilbahn hinaufschweben oder auf der Panorama-Höhenstraße vom Auto aus die herrliche Aussicht genießen. Das Goldeck präsentiert sich im Winter als sonniges Ski- und Snowboard- Dorado mit modernen Liftanlagen. Im Sommer sind das Goldeck, die umliegenden sanften Kuppen der einzigartigen Nockberge sowie die majestätischen Gipfel der Hohen Tauern ein wahres Wander- und Bergsteiger-Paradies. Vom Familien-Radwanderweg bis hin zum Berghöhen-Erlebnis - kaum ein Gebiet bietet eine solche Vielzahl an Radtour-Möglichkeiten wie die Gegend um Spittal an der Drau: Der über 200 km lange Drau-Radweg, 115 km asphaltierte Bergstraßen über die Nockalm sowie unzählige Mountainbike-Strecken laden zum absoluten Radl-Vergnügen ein.
Spittal Trendy: Auf 70.000m2 Einkaufsfläche wird Shopping in Spittal zu einem besonderen Erlebnis. Selbst bei einem Einkaufsbummel durch die Stadt zeigt sich, wie nahe Tradition und Moderne in Spittal nebeneinanderliegen. Trendige, elegante Modeboutiquen, flippige Teenie-Mode finden sich neben Trachtenhäusern und Geschäften mit allem, was das Kärntner Brauchtum ausmacht. Als Stadt der Lebensfreude bietet Spittal natürlich auch auf Bauernmärkten und in Delikatessengeschäften eine reiche Auswahl an leiblichen Genüssen. Grenzen sind beim Shopping in Spittal also höchstens der Brieftasche gesetzt.
In Spittal beginnt das süße Leben nicht erst am Abend. Geselligkeit wird auch untertags in den vielen gemütlichen Cafés und Lokalen der Innenstadt gepflegt. Doch das Angebot für Nachtschwärmer kann sich sehen lassen. Vom irischen Pub, Diskotheken, Cocktail-Bars bis hin zum Innenstadt-Beisl und originellem Keller- und Szenelokal kann man alles ausprobieren. Italienische Spitzenrestaurants neben bodenständiger, traditioneller Küche laden zum kulinarischen Genießen ein. Dass Spittal auch eine Stadt ist, die Feste zu feiern weiß, zeigt das alle zwei Jahre stattfindende "Salamanca-Fest". Ein Wochenende lang erstrahlt die Stadt im prächtigen Flair der Renaissance, und Einheimische wie BesucherInnen tauchen ein in vergangene Jahrhunderte. Ein Hauch südländischer Stimmung, die heitere Lebensart und die bereits sprichwörtliche Kärntner Geselligkeit - das alles macht Spittal zu einer sympathischen und liebenswerten Stadt.
Spittal ist Kultur
Wir treffen uns heute im Schloss... Im Schloss Porcia haben die neuen Geister die alten längst vertrieben. Ein Hauch der Innovation und der Moderne weht jetzt durch die alten Gemäuer. Beinahe alle kulturellen, aber auch gesellschaftlichen Events finden in diesem unvergleichlichen Ambiente statt. Für die SpittalerInnen ist das Schloss Porcia nicht nur ein imposantes, historisches Gebäude, sondern Teil ihres aktiven kulturellen Lebens. Eine Vielzahl von Kunst- und Kultur-Initiativen haben hier Raum gefunden sich zu präsentieren.
Komödienspiele Porcia - Vorhang auf für das leichte Lachen
Die Komödienstadt Spittal an der Drau lädt ein zu einem Festival gegen die Langeweile. Rund um die Komödienspiele werden dem Publikum eine ganze Reihe weiterer Zuckerln geboten, die den Theatersommer in Spittal versüßen. Europas Komödie geht auf "Sommerfrische". Im Sommer dreht sich in Spittal alles um die Bretter, die die Welt bedeuten. Man trifft sich im Schloss Porcia, um sich stilvoll zu amüsieren und in die Leichtigkeit des Seins einzutauchen.
Seit 40 Jahren sind die Sommer-Komödienspiele im Renaissance-Schloss Porcia ein absoluter Publikumsmagnet. Begonnen hat alles anlässlich eines Spittal-Ausfluges von Thomas Bernhard, Annemarie Siller und Herbert Wochinz im Jahre 1960. Dabei entstand die Idee, im Innenhof des Schlosses Porcia Theater zu spielen. Aus einem "Sommernachtstraum" entwickelte sich dann bald ein renommiertes Sommer-Theater. Die Komödienspiele gehören somit zu den ältesten Theater-Sommerspielen Österreichs und haben sich durch eine elegante Mischung aus Witz, Humor und bester "Commedia dell'arte-Tradition" einen festen Platz in der europäischen Kulturlandschaft gesichert.
Herbert Wochinz übernahm die erste Intendanz der Komödienspiele und legte mit seiner Inszenierung von Shakespeares "Komödie der Irrungen"(1961) den Grundstein für den späteren "Porcia-Stil": eine turbulente Handlung, viel Bewegung und die wirksame Darstellung menschlicher Typen und ihrer Fehler; ohne Vorhang, die Schauspieler zum Greifen nah, mit einem Minimum an Kulissen, Dekoration oder Requisiten, aber mit umso sorgfältigerer Kostümwahl, präsentiert sich das ironische Spiel über menschliche Laster und Tugenden dem Publikum. Diese Vorgaben waren bestimmend für die gesamte Periode seiner Intendanz und wurden ab 1991 von dem aus Ungarn stammenden Intendanten Tamas Ferkai 5 Jahre lang exemplarisch fortgeführt.
Seit 1996 sorgt der neue künstlerische Leiter Peter Pikl dafür, dass das "leichte Lachen von Porcia" auch weiterhin gut lachen hat. Die Komödien der Weltliteratur, von Molière, Shakespeare, Feydeau, Goldoni bis zu Nestroy, Scribe oder Kleist geben sich im Schloss Porcia ein Stelldichein und sind Garant für abwechslungsreiche Heiterkeit auf höchstem künstlerischen Niveau. Bereits seit einigen Jahren bereichern renommierte KünstlerInnen mit Gastauftritten im Rahmen der Komödienspiele das Programm. Karlheinz Hackl, Werner Schneyder, Peter Uray, Fritz Muliar, Heidelinde Weis oder Elfriede Ott sind die berühmten "Tüpfchen auf dem i" im Spittaler Theatersommer.
Wer vom Witz der Schauspielkunst und der Dialog-Komik der großen Komödien nicht genug bekommen kann, dem sei das Nachtcafé der Komödienspiele empfohlen. Unter dem Motto "Lachen im Keller" treffen sich Ensemble-Mitglieder und Zuschauer einmal pro Woche im sehr persönlichen Rahmen des Ortenburger-Kellers bei einem Programm nach Lust und Laune. Spontan, spritzig und unkonventionell entfalten die Akteure ihre große Schauspielkunst und strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer.
Das leichte Lachen ist erlernbar, wenn's auch harte Arbeit ist. Nicht nur Zuschauer, sondern selbst Agierender und somit Teil der Komödie zu sein, wird in der Komödienschule Realität. Reinhardt Winter, Ensemblemitglied der Komödienspiele, gibt seine langjährige Theater-Erfahrung während des Sommers in Workshops an Interessierte weiter.
Dass Theaterbegeisterung schon bei den Kleinsten geweckt werden kann, zeigen die großen Erfolge des eigenen Kindertheaters im Rahmen der Komödienspiele. Gespielt von Ensemblemitgliedern, entführen "Die Schöne und das Biest", "Don Quijote" oder "Pippi Langstrumpf" das junge Publikum in eine märchenhafte Zauberwelt. Hier wird den Kindern das geboten, was mit anderen Medien längst verloren gegangen ist: Schauspieler zum Greifen nah und das Gefühl, wirklich hautnah am Geschehen dabeizusein.
Galerie im Schloss Porcia - Kunst-Berührung
Die Galerie im Schloss Porcia bietet ihren Besuchern zeitgemäße Kunst auf hohem Niveau. Im 500 Jahre alten Säulengewölbe des "Salamanca-Kellers" wird ein repräsentativer Querschnitt der zeitgenössischen bildenden Kunst vermittelt, wobei der Schwerpunkt auf den Bereichen "Neue Kunst und Avantgarde" liegt. Darüberhinaus möchte die Galerie im Schloss aber auch Kindern und Jugendlichen die moderne Kunst schmackhaft machen und ihren Blick, ohne jede pseudo-intellektuelle Interpretation, öffnen und schärfen.
Bisher wurden Werke von Künstlern aus Österreich und den Nachbarländern Deutschland, Italien, Schweiz, Slowenien und Tschechien ausgestellt. Darunter waren Namen wie Giselbert Hoke, Hans Staudacher, Lojze Spacal, Herman Nitsch, Valentin Oman, Georg Baselitz, Josef Tichy, Mimmo Paladino, Markus Lüpertz oder Alfred Hrdlicka.
LiteraturPUR - ein Garant für hochkarätige Literatur
Mittlerweile hat sich das Schloss Porcia auch zu einem "Treffpunkt der Literaten mit ihrem Publikum" entwickelt. Spitzen-Autoren der allerersten Kategorie geben sich in dem geschichtsträchtigen Gewölbe des Ortenburger-Kellers schon seit 6 Jahren ein Stelldichein. Die Liste der Autoren, die bei LiteraturPur zu Gast waren, liest sich wie ein "Who is Who" der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: H.C. Artmann, Robert Schneider, Gert Jonke, Erich Hackl, Ingrid Noll, Lydia Mischkulnig, Michael Köhlmeier, Christoph Ransmayr, um nur einige zu nennen. Selten wird die Unmittelbarkeit zwischen dem Lesenden und seinen Zuhörern so fühlbar, wie in dem stimmungsvollen Ambiente des Ortenburger-Kellers.
JazzKeller - Yes zum Jazz in Spittal
Wenn man durch die ehrwürdigen Säle des Schlosses Porcia wandelt und plötzlich swingende, jazzige Töne wahrnimmt, so hat man keine akustische Halluzination. Seit 4 Jahren gibt es im Schloss Porcia den JazzKeller, wo Jazz vom Feinsten geboten wird. Neben internationalen Profis sind auch Musiker der heimischen Jazz-Szene zu hören. Diese Abende im JazzKeller sind ein Erlebnis für jeden, der sich von Jazz, Akteuren, Background-Infos und der wirkungsvollen Atmosphäre des Ortenburger-Kellers berauschen lässt. Bisher waren z. B. das "Lee Harper Quartett", Ludwig's Dixieland Jazzband, Dervish Dances oder das Markus Minarik Quartett zu hören.
Guitarena - "Saitenweise"
Klangerlebnisse Waren es in der Renaissance die Laute und die Harfe, die das Schloss Porcia mit Musik erfüllten, so sind es heute die rhythmischen Gitarrenklänge der Guitarena. Das Gewölbe des Ortenburger-Kellers ist ein stimmungsvoller Rahmen für die Klänge hochkarätiger Meister der Gitarrenkunst. 4 x im Jahr begeistern international renommierte Akustik-Gitarristen und Nachwuchsmusiker das Publikum. So z. B. Hans Theessink, Peter Ratzenbeck oder Bob Brozman.
Kunst im Park - Vom Lustschlössl zum Kulturtreff
Zu Lebzeiten der Fürsten Porcia war das Parkschlössl Lusthaus und Stätte musikalischer Feste. Heute dient der Bau aus dem 16. Jahrhundert dazu, jungen einheimischen Künstlern und Autodidakten die Gelegenheit zu bieten, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren sowie als Forum der kommunikativen Auseinandersetzung.
In Szene - Das Theater-Spektakel lebt weiter
Wer hätte das gedacht? Diese Initiative beweist, dass in Spittal auch außerhalb der sommerlichen Komödienspiele auf Schloss Porcia ein Theaterleben existiert. "In Szene" ist eine Initiative vom "Verein der Freunde der Komödienspiele" in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Spittal. 4x im Jahr geben Ensemble-Mitglieder der Komödienspiele eigene Solo-Abende, sodass das leichte Lachen von Porcia auch unter dem Jahr in Spittal nicht verklingt.
Chormusik - Hast du noch Töne...?
"Drei Kärntner - ein Chor" - Eine augenzwinkernde Charakteristik der Kärntner Sangesfreudigkeit, die ein gar nicht so kleines Körnchen Wahrheit enthält. Aus der Lust an Musik und am Gesang hat sich eine Vielzahl von Chören entwickelt, die einerseits die Tradition pflegen, andererseits aber auch zu völlig neuen musikalischen Ufern aufbrechen.
Singkreis Porcia
Untrennbar mit Spittal an der Drau verknüpft ist der "Singkreis Porcia". Dieser Chor gehört zur Stadt wie das Schloss oder das Goldeck.
1956 gegründet, zählt der Singkreis Porcia unter der Leitung von Hellmuth Drewes mittlerweile österreichweit zu den absoluten Spitzenchören. Aber auch international hat sich dieser beeindruckende Klangkörper schon längst einen Namen gemacht. Obwohl der Chor ein breites Repertoire an unterschiedlichen Sparten der Chormusik hat, entspricht doch das Volkslied der musikalischen Natur des Chores am meisten.
Internationaler Chorwettbewerb
Ein absoluter Höhepunkt des Spittaler Kultursommers ist das bereits traditionelle "Fest der Stimmen" - der "Internationale Chorwettbewerb". Anfang Juli treffen sich seit fast 40 Jahren in Spittal zehn bis zwölf Chöre aus Europa und Übersee und stellen sich in zwei Wertungskategorien (Kunstlied und Volkslied) einem musikbegeisterten Publikum sowie einer internationalen Fachjury. Der Singkreis Porcia war und ist maßgeblich an der Organisation dieses Musikfestes beteiligt und mitverantwortlich für den guten Ruf, den diese Veranstaltung bereits bei Ensembles und Dirigenten in aller Welt genießt. Abgesehen von einem unvergesslichen Hörgenuss, der einem von diesen großen Stimmen im Arkadenhof des Schlosses Porcia bereitet wird, hat man das Gefühl, dass mithilfe der Musik Grenzüberschreitung und das Miteinander unterschiedlicher Völker wahr werden können.
Vox Nova
Völlig neue Wege in eine zukunftsweisende, musikalische Moderne geht das "Vokal Ensemble Vox Nova". Offenheit und Experimentierfreudigkeit führte 1987 unter der Leitung des Komponisten "Neuer Musik" Bruno Strobl ein junges Ensemble zuammen, das im In- und Ausland großes Aufsehen erregte. Heute unter der Leitung von Ilse Keuschnig, eröffnet dieser Chor seinem Publikum völlig neuartige Klangwelten und hat das Ziel, neue Hör- und Denkgewohnheiten aufzustoßen. Zeitgenössische Chormusik, die Vertonung junger Autoren sowie das Einbringen dadaistischer Sprachphilosophie führen zu einer lebendigen Auseinandersetzung mit vokalen wie instrumentalen Möglichkeiten.
Ambidravi vocal
1995 unter der Leitung von Margit Zlattinger gegründet, ist "Ambidravi vocal" eine noch junge, äußerst ambitionierte Singgemeinschaft. Der klangvolle Name des Chores ist ein römisch-keltischer Ausdruck für "Beiderseits der Drau Wohnende" und bezeichnet einerseits die Herkunft seiner Mitglieder, andererseits ist er ein Symbol für die Offenheit gegenüber unterschiedlichsten musikalischen Richtungen. Kärntnerlieder, geistliche Chorwerke, aber auch schwungvolle Unterhaltungsmusik bilden das Repertoire dieser Singgemeinschaft. Mit Liedern, die berühren und bewegen ist der Chor drauf und dran, ein absoluter Spitzen-Chor zu werden.
EXPAN - Neuestes nach Noten
Mit EXPAN hat der Spittaler Komponist Bruno Strobl eine internationale "Werkstatt Neuer Musik" ins Leben gerufen. 1991 wurde diese Initiative erstmals in Spittal im Schloss Porcia unter großem öffentlichen Interesse vorgestellt. Alle zwei Jahre wird nun der Neuen Musik eine Plattform geboten, wo man sich unter thematischen Schwerpunkten mit Musik-Experimenten auseinandersetzen kann: vom Komponisten-Gespräch über einen Workshop bis zur Konzert-Uraufführung.
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